Wiesent setzt bei Internet auf Tempo

Veröffentlicht am 12. Juni 2015 in Neuigkeiten

Die Gemeinde hat ein Kunststück fertiggebracht: Sie band in Eigenregie alle Haushalte mit Glasfaserkabel an.

Wiesent.Die 800 Hausbesitzer, die in Wiesent leben, können sich freuen: Denn die Gemeinde hat die Versorgung mit Glasfaserkabeln bewerkstelligt und das mit einem relativ geringen Aufwand. Die Verlegung der Leerrohre haben die Bauhofarbeiter vollzogen, so das die Gemeinde nur 260 000 Euro auf den Tisch blättern musste. Die anderen Gemeinden, die die Anschlüsse längst noch nicht unter Dach und Fach haben, müssen wesentlich höhere Summen bezahlen. Die Versorgung der Häuser über Glasfaserkabel ist die schnellste aller Internet-Möglichkeiten.

Die Gemeinde Wiesent, die das Glück hat, dass die Erdölleitung MERO sie durchkreuzt, packte diese Tatsache am Schopf. Denn unmittelbar neben dem Ölstrang wurden schon vor Jahren Glasfaserkabel mit eingebaut. „Somit konnten wir schon 2009 mit dem Glasfaserausbau in der Gemeinde beginnen“, sagt Thomas Rottbauer, der 2009 zum Breitbandpaten gekürt wurde und bei dem die Fäden der ganzen Maßnahmen zusammenlaufen.

Es wurde viel Geld gespart

Zwölf Kabelverzweiger wurden in der Gemeinde erstellt, allesamt sind am Netz. Zwei weitere stehen in Kirnberg und in Rupertsbühl, dies sind noch nicht angeschlossen, sagt Rottbauer. Etwa 20 Prozent der Wiesenter habe das schnelle Internet schon im Haus, die Versorgung der restlichen Bewohner bezeichnet Thomas Rottbauer als einen „schleichenden Prozess“. Denn zum einen könne man oft nicht so schnell als alten Verträgen raus und zum anderen müsse auch noch Aufklärungsarbeit in der Gemeinde geleistet werden.

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Die Wiesenter, die sich als eine der ersten Gemeinden im Landkreis des Themas annahmen, haben den Internet-Anschluss perfekt geplant. „Unser Bauhof hat Großes geleistet“, sagt auch Bürgermeisterin Elisabeth Kerscher. 15 Kilometer Leerrohre wurden nach und nach verlegt. Die ganze Um- und Aufrüstung habe insgesamt 260 000 Euro gekostet, wobei die Gemeinde 62 000 Euro an Zuschüssen bekam. Somit sei man bei knapp 200 000 Euro. Rechne man die 2000 Stunden, die die Bauhofarbeiter mit der Rohrverlegung beschäftigt waren hinzu, komme man wieder auf die 260 000 Euro, sagt sie. Somit sei für relativ wenig Geld ein hoher Mehrwert für die Bewohner geschaffen worden. In Zugzwang sei man ja auch wegen des neuen Gewerbegebiets gewesen, ergänzt Thomas Rottbauer. Denn man könne heute nur noch Gewerbeflächen verkaufen, wenn man dort Zugriff auf schnelles Internet habe.

Bei den Baumaßnahmen hat Wiesent auf günstige Technologien zurückgegriffen. „Zum einen wurden Leitungen oft im Bankett verlegt, zum anderen wurden Synergien mit dem E-Werk Heider und der Telekom genutzt, die eben gerade Bauarbeiten verrichteten, und weiter wurden auch öfter Spülbohrungen bei Verlegungen unter Straßen getätigt. „Das hat alles viel Geld gespart“, sagt der Breitbandpate nicht ohne Stolz. Wiesent sei somit auf Jahre hinaus ausreichend mit Glasfaserkabeln versorgt.

Als „High-Speed-Gemeinde“ gekürt

In Wiesent gibt es somit die langsameren Kupferleitungen nur noch unmittelbar zu den Häusern. „Aber die verschwinden nach und nach“, sagt Thomas Rottbauer. Wo immer möglich, würden diese durch die Bauhofmitarbeiter durch die Glasfaser ersetzt.

Das Regensburger Telekommunikationsunternehmen R-Kom, das viele Gemeinden rund um Regensburg und in Ostbayern betreut, ist denn auch voll des Lobes über die Wiesenter und verlieh ihnen den Titel „High-Speed-Gemeinde“ Alfred Rauscher, der Chef des Unternehmens, sagt, Wiesent habe schnell gehandelt, sei mit großem Engagement und Know-how an die Versorgungsfrage herangegangen und so nun im weiten Umkreis die Gemeinde, die am Schnellsten und mit geringem Aufwand ihr Ziel perfekt erreicht habe. „Das Konzept, das sich die Gemeinde ausgedacht hat, hat einfach gestimmt“, freut sich Rauscher. Das sei auf lange Jahre zukunftssicher.

Um die Bürger über das Geschaffene und die neuen Möglichkeiten zu informieren, bietet die Gemeinde vom 3. Juli bis zum 14. August jeden Freitag von 15 bis 18 Uhr im Bürgerhaus eine Bürgersprechstunde an. „Die Weiterentwicklung unseres Netzes muss flexibel betrieben werden“, sagt dazu Thomas Rottbauer.

Quelle: http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-land/wiesent-setzt-bei-internet-auf-tempo-21363-art1244353.html

Walter Schießl, Mittelbayerische Zeitung