Schnelles Netz in Irl

Veröffentlicht am 8. Januar 2015 in Ausbau, Neuigkeiten

Von Heinz Klein, MZ 08.01.2015

Irl. Nach Keilberg ist nun auch der Ortsteil Irl mit dem schnellen Glasfasernetz erschlossen. “Das ist moderne Daseinsfürsorge”, sagte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs gestern. Er hatte es zunächst gar nicht für möglich gehalten, dass die R-KOM den Breitbandausbau für die beiden Ortsteile Keilberg und Irl so schnell stemmen konnte, schließlich war der Ausbau der Breitbandversorgung erst 2016 vorgesehen. 700 Wohneinheiten in Keilberg und 100 in Irl sind nun an das Glasfasernetz angeschlossen, freute sich der OB, der gemeinsam mit dem Leiter der Wirtschaftsförderung, Manfred Koller, und R-KOM-Geschäftsführer Alfred Rauscher vor dem Kabelverzweiger in Irl ein symbolisches Band durchschnitt. Die nächste Versorgungslücke wird nun in Burgweinting geschlossen.

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Vor dem Kabelverteilerkasten durchschneiden (von links) Alfred Rauscher, Joachim Wolbergs und Manfred Koller ein symbolisches Band und machen den Weg für blitzschnelle Kommunikation auch in Irl frei. Foto: Klein

Die Vorarbeit habe allerdings die Rewag geleistet, die überall, wo sie Strom-, Gas- oder Wasserleitungen baute, auch gleich das Glasfaserkabel mit verlegt, betonte Alfred Rauscher. Bei Kosten von 100 Euro pro Meter läppert sich das schnell auf einige Hunderttausend Euro, verdeutlichte der R-KOM-Geschäftsführer. Die “Kommunikation mit Lichtgeschwindigkeit” in der Glasfaserleitung endet derzeit im Kabelverzweiger, in dem es dann per Kupferkabel die letzten Meter bis in die Haushalte geht.
Ziel für die Zukunft sei natürlich der direkte Glasfaseranschluss bis ins Haus, was in Neubaugebieten bereits gewährleistet werde, informierte Alfred Rauscher. Glasfaserkabel sind etwa 10 Milliarden Mal so leistungsfähig wie die Telefonkabel aus Kupfer. Die neue Versorgung gewährleiste nun in den Ortsteilen Keilberg und Irl Geschwindigkeiten bis zu 100 MBit pro Sekunde.
Über das neue Kommunikationstempo in Irl freut man sich vor allem im Hotel Held. Jetzt seien die Zeiten zusammenbrechender Leitungen vorbei und man könne bei Tagungen endlich mit modernen Kommunikationsschienen dienen, strahlte Susanne Härtl, die rechte Hand der Geschäftsführung im Hause Held.
Aktuell sind in Regensburg etwa 15000 Wohneinheiten an das Glasfasernetz angeschlossen, was etwa 20 Prozent der insgesamt rund 80000 Wohneinheiten entspricht, informierte Alfred Rauscher. Mit diesen 20 Prozent liegt Regensburg bereits weit über dem Bundesdurchschnitt von unter einem Prozent.
Bei zukünftigen Bauvorhaben soll das Glasfasernetz nun weiter in Richtung Kunde ausgebaut werden. “Unser Ziel ist es, in einigen Jahren alle Kunden direkt an das Glasfasernetz angeschlossen zu haben und auf die Kupferleitungen zu verzichten”, sagte der Geschäftsführer der R-KOM. Dann soll die Geschwindigkeit der Datenübertragung auf bis zu 300 MBit/s gesteigert werden können.

Die schnellen Netze

Der Breitbandatlas der Bundesregierung bescheinigt der Stadt Regensburg eine Vollversorgung. Dennoch gibt es Lücken. “Die größte Lücke mit gut 700 Wohneinheiten besteht am Keilberg”, stellte Manfred Koller, Leiter der Wirtschaftsförderung, fest. Diese Lücke wurde von R-KOM zum Jahresende 2014 durch eine FTTC (Fiber-to-the-Curbe, Glasfaser bis zum Kabelverzweiger) Erschließung geschlossen. Hierzu wurden Glasfaserleitungen bis zu den 12 Kabelverzweiger der Deutschen Telekom AG verlegt, Multifunktionsgehäuse errichtet und mit aktiver Technik ausgestattet. Diese Technik setzt die Signale von der Glasfaserleitung auf die Kupferleitungen um und transportiert sie in die Häuser. FTTC mit VDSL Technik ermöglicht Geschwindigkeiten bis zu 100 MBit/s.

Die Zukunft heißt FTTB (Fiber-to-the-Home, Glasfaser bis in Haus). Nur ein direkter Glasfaseranschluss wird künftig uneingeschränkte Kommunikation sicherstellen. “Das Kommunikationsnetz ist heute Produktionsmittel, wir leben in einem riesigen Computer”, beschreibt R-KOM-Geschäftsführer Alfred Rauscher die Anforderungen. In Neubaugebieten werden sie bereits erfüllt.